Eine Galaxie auf dem Königstuhl

Nach dem ATC weihte die KTS am 16. Dezember 2011 ein weiteres aufsehenerregendes Gebäude für die Wissenschaft und deren Vermittlung ein: Auf dem Königstuhl, dem Heidelberger Hausberg, direkt neben dem Max-Planck-Institut für Astronomie, baute die Stiftung das „Haus der Astronomie“ nach dem Vorbild einer Spiralgalaxie.

Die Spiralgalaxie dient als Vorbild © NASA, ESA, S. Beckwith (STScI), and The Hubble Heritage Team

Die Spiralgalaxie dient als Vorbild © NASA, ESA, S. Beckwith (STScI), and The Hubble Heritage Team

 

Das Haus der Astronomie (HdA) ist ein einzigartiges Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit und Didaktik der Astronomie. Es entwickelt neue Konzepte, um die Faszination für die Astronomie in der Öffentlichkeit zu fördern. Hierzu bieten das HdA Fortbildungen für Lehrkräfte,   Workshops für Schüler und Veranstaltungen für die Öffentlichkeit an. Mit dem Haus der Astronomie soll aber auch der Austausch von Astronomen untereinander und mit Kollegen angrenzender Wissensgebiete fördert werden.

Die Form des Gebäudes ist der Spiralgalaxie M51, der „Whirlpool-Galaxie“, nachempfunden. Die dynamischen Formen der Außenfassade werden im Innenraum geometrisch weitergeführt. Das Zentrum der „Galaxie“ bildet ein multifunktionaler Hörsaal mit 101 Sitzplätzen, der mit modernster, multimedialer Technik ausgestattet ist. Hier können Bilder und 3D-Visualisierungen, ähnlich wie in einem Planetarium, eindrucksvoll gezeigt werden. Nach Fertigstellung schenkte die KTS das Haus der Astronomie der Max-Planck-Gesellschaft, die es betreibt. Dem Max-Planck-Institut für Astronomie obliegt die inhaltliche Leitung des Hauses.

Im September 2011 verlieh die Astronomische Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft an Klaus Tschira. Sie würdigte damit „seine großen Verdienste zur Förderung der Astronomie in Forschung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit“.

Das Haus der Astronomie in Heidelberg © Bernhardt + Partner

Das Haus der Astronomie in Heidelberg © Bernhardt + Partner

Forschen in Tümpel und Labor

Einen Blick hinter die Kulissen wagen

Einen Blick hinter die Kulissen wagen

Forschen wie ein Profi – das können seit 2011 die Teilnehmer der Tschira-Jugendakademie. In vier- bzw. fünftägigen Ferienkursen von Ostern bis Herbst können Schüler der 6. bis 9. Klasse die Biologie auf eine neue und spannende Weise kennen lernen. Süßwasserorganismen mit dem Mikroskop bestimmen, Abwasserschlamm analysieren oder DNA extrahieren – stets arbeiten die Kinder und Jugendlichen mit wissenschaftlicher Ausrüstung. Dazu kommen exklusive Exkursionen, bei denen Forscher die jungen Besucher hinter die Kulissen schauen lassen.

Themen der Tschira-Jugendakademie sind die erstaunlichen Lebensformen unseres Planeten, seine vielfältigen Ökosysteme und die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur. In einer lockeren Atmosphäre entwickeln die Teilnehmer wissenschaftliche Kompetenzen, indem sie beispielsweise lernen, exakt zu beobachten und kritisch zu hinterfragen – stets begleitet von erfahrenen Wissenschaftlern. Die Leitung hat die Biologin Nina Schaller, Preisträgerin des Klaus Tschira Preises für verständliche Wissenschaft. Gab es im ersten Jahr nur einen Basiskurs, hat die große Nachfrage zur Erweiterung um drei Aufbaukurse geführt.