6. Februar 2018

Hertha-Manager überreicht Dresden-Preis an Tommie Smith

Mit der nach oben gestreckten Faust im schwarzen Handschuh wurde Olympiasieger Tommie Smith 1968 zum Symbol und Vorbild für heute protestierende Sportler – wie amerikanische Footballer und Berliner Fußballer. Wenn am 18. Februar in der Dresdner Semperoper Tommie Smith 50 Jahre nach seiner berühmten Geste gegen Rassismus bei den Olympischen Spielen in Mexiko den von der Klaus Tschira Stiftung gestifteten Dresden-Preis erhält, spielt auch die Gegenwart eine wichtige Rolle. Seit der NFL-Spieler Colin Kaepernick 2016 ein erstes Mal aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner niederkniete beim Abspielen der Nationalhymne, taten es ihm viele amerikanische Football-Spieler nach und folgten damit auch dem Beispiel von Tommie Smith, den Sport als Bühne gegen Diskriminierung zu nutzen.

Am 14. Oktober 2017 solidarisierten sich die Fußballer von Hertha BSC und knieten auch nieder vor dem Spiel gegen FC Schalke 04. Paul Keuter, Mitglied der Hertha-Geschäftsleitung und Initiator der Solidarisierungsgeste, die weltweite Anerkennung fand: „Wir hatten schon länger darüber nachgedacht, dass man die Strahlkraft des Fußballs noch mehr nutzen muss, um gesellschaftspolitisch wirksam zu werden. Und Rassismus ist ein gesellschaftliches Problem, auch in Deutschland, auch in den Stadien“. Keuter wird nun bei der Verleihung des Internationalen Friedenspreises „Dresden-Preis“ Tommie Smith die Preisfigur überreichen.

Die Preisverleihung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Organisation Friends of Dresden Deutschland e.V. und der Semperoper Dresden. Der Dresden-Preis wird gestiftet von der Klaus Tschira Stiftung. Laudator bei der Preisverleihung für Tommie Smith ist Günter Wallraff. Echo-Preisträgerin Lyambiko wird bei der Zeremonie Songs von Nina Simone performen.

Zum Preisträger 2018: Nachdem Tommie Smith bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko den 200-Meter-Lauf gewonnen hatte, nutzte er die Weltbühne, um gemeinsam mit dem Drittplatzierten John Carlos auf dem Siegerpodest mit der erhobenen Faust im schwarzen Handschuh gegen Rassismus zu protestieren und für Menschenrechte einzutreten. Es war die größte öffentliche politische Geste in der neueren Geschichte des Sports. Das Foto davon wurde berühmt. Danach verlor Smith alles. Der damals 24-Jährige war einer der besten Sprinter aller Zeiten und hatte zwölf Weltrekorde gebrochen. Nach dem Protest durfte er nie wieder bei einem Wettkampf antreten.

Dresden-Preis: Der mit 10 000 Euro dotierte und von der Tschira Stiftung gestiftete Dresdner Friedenspreis wird seit 2010 jährlich in der Semperoper vergeben. Die bisherigen Preisträger waren Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow, der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, der Kriegsfotograf James Nachtwey, der ehemalige sowjetische Offizier Stanislaw Petrow, der einstige sudanesische Kindersoldat und heutige Friedensaktivist und Musiker Emmanuel Jal, der Herzog von Kent, der Urvater der Whistleblower Daniel Ellsberg sowie der Bürgermeister des Flüchtlingsdorfes Riace, Domenico Lucano. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 18. Februar 2018, um 11 Uhr in der Semperoper Dresden statt.

Kontakt:
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Telefon: 0171 / 835 25 75

Pressesprecher
Steffen Liebscher
Telefon: 0172 / 217 38 65
E-mail: info@friendsofdresden-deutschland.com
Website: www.dresdner-friedenspreis.de