22. Mai 2020

Digitalisierung gegen die soziale Isolation – Patienten und Ärzte an der Uniklinik Heidelberg profitieren von virtuellen Lösungen

Auf Initiative des Heidelberger Forschungsnetzwerkes Informatics for Life wurde die Aktion „#Hearts-against-Covid“ ins Leben gerufen, die Patientinnen und Patienten mit ihren Angehörigen virtuell zusammenbringt.

„Durch meine Vorerkrankung ist dies nicht mein erster Klinikaufenthalt, aber die aktuelle Situation macht es mir sehr schwer, die Hoffnung zu behalten,” berichtet Isolde Peters (Name geändert), 92-jährige Herzpatientin und seit sieben Tagen im Universitätsklinikum Heidelberg. Aufgrund der landesweiten COVID-19 Schutzmaßnahmen ist sie weitestgehend isoliert von der sozialen Außenwelt. „Ich sehe meine Kinder kaum, und meine Enkel leben in Amerika. Ich mache mir jeden Tag größere Sorgen.“

Dank einer Spende der Klaus Tschira Stiftung konnten im Rahmen von „#Hearts-against-Covid“ unter anderem Tabletcomputer zur Videotelefonie angeschafft werden, die auch Patienten ohne Smartphone Zugang zur virtuellen Kommunikation ermöglichen. „Zuvor habe ich mir das nicht vorstellen können, aber wenn man allein im Krankenhaus liegt, ist es die größte Freude des Tages, wenn mich meine Enkel auf dem Bildschirm anlächeln und ich sehe, dass es allen gut geht”, erzählt Isolde Peters erleichtert.

„Wir haben für Patientinnen und Patienten eine neue Möglichkeit der Kommunikation in diesen schweren Zeiten geschaffen. Die eigene Familie zu sehen, ist mehr als Unterhaltung. Es ist Medizin!“, so Benjamin Meder, Mitglied des Direktorenboards von Informatics for Life. „Inzwischen haben wir nicht nur für unsere Patienten neue Möglichkeiten geschaffen, sondern führen alle Arztfortbildungen über den digitalen Kanal durch.“ In dem Projekt engagieren sich auch Heidelberger Medizinstudierende, die den Patientinnen und Patienten helfen, die neue Technik anzuwenden und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Auch langfristig sieht das Team um Professor Meder die digitalen Ansätze als Lösung verschiedener Probleme. So können virtuelle Meetings auch in Zukunft helfen, wertvolle Ressourcen zu schonen.