Philipp Schwartz-Initiative: Förderprogramm für verfolgte Forscher

Mit der Philipp Schwartz-Initiative erhalten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland die Möglichkeit, gefährdete Forschende im Rahmen eines Vollstipendiums für 24 Monate aufzunehmen. Mit dem Programm werden Forscher unterstützt, die Schutz in Deutschland suchen, weil ihnen in ihren Heimatländern Krieg oder Verfolgung drohen.

Unterstützt wird diese Initiative neben der Klaus Tschira Stiftung durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator.

Wissenschaftskommunikation.de

Das Feld der Wissenschaftskommunikation entwickelt sich sehr dynamisch. Nicht nur Tools und Kommunikationswege, auch inhaltliche Anforderungen an die Wissenschaftskommunikation verändern sich. Zudem wächst die Community und professionalisiert sich. Mit der Webseite Wissenschaftskommunikation.de soll ein zentrales Informations- und Diskussionsportal für diejenigen, die Wissenschaft kommunizieren zur Verfügung stellt werden. Die Seite will in erster Linie Öffentlichkeitsarbeiter und Wissenschaftler ansprechen, greift aber auch Themen an der Schnittstelle zum Wissenschaftsjournalismus auf.

Wissenschaftskommunikation.de ist ein gemeinsames Portal von Wissenschaft im Dialog (WiD) mit dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) und der Abteilung Wissenschaftskommunikation am Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien des Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Gefördert wird das Portal vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Klaus Tschira Stiftung.

Leadership Academy für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Die Leadership Academy richtet sich an exzellente deutschsprachige Early- und Mid-Career-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler aller Fachrichtungen an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen im Ausland, die Verantwortung in der Wissenschaft, der außeruniversitären Forschung, in der Wirtschaft oder als GründerIn übernehmen wollen. Jährlich werden 25 Fellowships für eine Teilnahme an der Leadership Academy vergeben. Die Ausschreibung erfolgt weltweit und fächerübergreifend.

Die Academy ist so konzipiert, dass sie Karrierewege sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wissenschaft aufzeigt und ebnet. Damit erfüllt sie eine wichtige Orientierungs- und Navigationsfunktion. Das Curriculum umfasst zwei Präsenzphasen, die jeweils fünf Tage dauern. Die erste Phase findet in den USA statt, die zweite in Deutschland. Hinzu kommt ein flankierendes Maßnahmenpaket, das individuelles Karrierecoaching und Mentoringangebote ebenso umfasst wie verschiedene Netzwerkformate. Das gesamte Programm erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. neun Monaten. Danach können die Fellows dem Alumninetzwerk beitreten, das WissenschaftlerInnen aus dem Programmen und dem Heidelberg Laureate Forum vernetzt.

Entwickelt wurde das Konzept der Leadership Academy von der gemeinnützigen German Scholars Organization – in enger Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Zentrum für Wissenschaftsmanagement (ZWM) in Speyer, die zu den Gründungspartnern der Academy gehören. Neben der Klaus Tschira Stiftung zählen folgende Institutionen zu den weiteren Gründungspartner: Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Max-Planck-Gesellschaft, Joachim Herz Stiftung und die Schader-Stiftung. Eine assoziierte Partnerschaft besteht mit der TU9 und dem Deutschen Hochschulverband (DHV).

Eine Uni – ein Buch

L_Logo_EineUniEinBuch_RGBGemeinsam mit dem Stifterverband hat die KTS im August 2016 die Initiative „Eine Uni – ein Buch“ ausgeschrieben. Kooperationspartner ist die Wochenzeitung DIE ZEIT. Ein Semester lang soll ein Buch im Fokus von Gesprächen, Debatten und sonstigen Hochschulaktivitäten stehen.

Die Idee hinter der Initiative: Der Doktorand redet mit dem Erstsemester, der Verwaltungsmitarbeiter mit dem Institutschef, die Historikerin mit dem Maschinenbauer, die Muslima mit dem Christen, die Professorin mit dem Sekretär, der Bibliotheksmitarbeiter mit der Leiterin des Auslandsamtes – kurz: möglichst viele Mitglieder einer Hochschule tauschen sich über ein gemeinsames Thema oder Anliegen aus. Es kann ein Buch sein über die Religion oder eine Abhandlung über Armut und Reichtum, ein klassischer Roman aus dem In- oder Ausland, ein zeitgenössisches Drama oder die beste Dissertation, die an der Hochschule ausgezeichnet worden ist – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Jede teilnehmende Hochschule bestimmt für sich ein Buch, über das ein Semester lang diskutiert wird. Die zehn besten Aktionen werden mit je 5000 Euro gefördert.

Nicht nur im Katastrophenfall

HeiGIT_1Seit Juli 2016 fördert die KTS den Aufbau des Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT) am Geographischen Institut der Universität Heidelberg. Mit dem neuen Projekt soll Wissen und Technologie aus der Geoinformatik-Grundlagenforschung in die Praxis gelangen. Das Team widmet sich vor allem drei Themenbereichen: „Ortsbezogene Dienste“ (zu denen beispielsweise Routenplaner wie OpenRouteService.org gehören), „Big Spatial Data Analysis“ (die Analyse von großen Datenmengen, die z.B. Verkehrsströme in einer bestimmten Region aufdeckt) und „Geoinformation für Humanitäre Hilfe“ (die Nutzung von Geodaten im Katastrophenfall).

Nicht nur im Katastrophenmanagement, zur Gesundheitsplanung oder für das Umweltmonitoring sind neueste Methoden zur Gewinnung und Verarbeitung von Geodaten aus sehr großen und heterogenen Datenquellen unerlässlich. Auch in der Stadt- und Regionalplanung, etwa bei der Verkehrsplanung oder Mobilitätsforschung, sind sie unerlässlich. Dazu zählt auch die automatisierte Auswertung von Daten aus sozialen Medien, an der das Heidelberg Institute for Geoinformation Technology forschen wird. Diese Informationen ergänzen die bisherigen Datenquellen von amtlichen Stellen und aus Satelliten- oder Luftbildern, um ein reichhaltigeres Gesamtbild zu schaffen.

Die Geoinformatik-Forschung in Heidelberg hat ihre Wurzeln im European Media Laboratory (EML), das Klaus Tschira 1997 gegründet hat.