Gestreifte Helfer

Gestreifte Helfer - der Zebrafisch © Nicole Brinnel; KIT

Gestreifte Helfer – der Zebrafisch © Nicole Brinnel; KIT

Zebrafische haben die meisten Organsysteme mit dem Menschen gemeinsam. Das macht sie zu idealen Modellorganismen für die Untersuchung der Ursachen von Krebs oder Herzerkrankungen und zu Stars der biomedizinischen Forschung. Gemeinsam mit der Helmholtz-Gemeinschaft hat die Klaus Tschira Stiftung den Aufbau eines Europäischen Zebrafisch-Ressourcenzentrums am Institut für Toxikologie und Genetik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ermöglicht. Das Zentrum wurde am 18. Juli 2012 offiziell eröffnet. Biomediziner lieben Zebrafische, weil diese Modellorganismen klein sind und sich schnell vermehren. Die Eier der Zebrafische sind zudem transparent und entwickeln sich außerhalb des Körpers der Mutter: So können Forscher im Embryo oder der ebenfalls durchsichtigen Larve die Entwicklung von Organen oder gar einzelnen Zellen beobachten, ohne erwachsene Tiere zu schädigen.

Die Einrichtung verfügt über mehr als 3.000 Aquarien sowie über Gefriertruhen für circa 80.000 Fisch-Spermaproben. Aus denen können Zebrafische mit genetischen Variationen gezüchtet werden. Als erstes Zebrafisch-Screening-Zentrum weltweit erlaubt es Gastwissenschaftlern systematische Forschungen an seiner Stammsammlung und stellt hochmoderne Technologien bereit.

Damit Forschung sichtbar wird

Foto:Tim Wegner/NaWik

Foto:Tim Wegner/NaWik

Wissenschaftler forschen nicht nur. Sie stellen ihre Forschung auch vor – den fachfremden Kollegen, der Familie oder Journalisten, aber auch in Forschungsanträgen. Die Klaus Tschira Stiftung möchte sie dabei unterstützen, verständlichere Texte zu schreiben, bessere Vorträge zu halten und in Interviews klarer zu argumentieren. Hierzu gründete die Klaus Tschira Stiftung im Oktober 2012 gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation, kurz NaWik. Das NaWik trägt auf einzigartige Weise zur Förderung der Wissenschaftskommunikation in Deutschland bei.

Das Engagement der Klaus Tschira Stiftung zur Förderung der Kommunikationskompetenz von Wissenschaftlern begann bereits 2001. Unter dem Titel „Sag’s klar“ bot sie Schreib- und Medientrainings für Wissenschaftler an. Die Kurse fanden bis 2012 am Stiftungssitz statt.

NaWik 334 Kopie

Wie viel Mathe steckt im Alltag?

Das Programm Mathe.Forscher unterstützt Schulen, Mathematik praxisnah an Schüler zu vermitteln. Die Schüler sollen entdecken, wo Mathematik im Alltag zu finden ist: Wie viele Worte sagt ein Mensch in einer Woche? Wie viel Luft passt in die Lunge? Oder wie lang ist der Bremsweg mit dem Fahrrad? In fächerübergreifenden Projekten wird die Mathematik mit anderen Themen wie Sport, Kunst oder Geschichte verbunden.

2010 riefen die Stiftung Rechnen und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Mathe.Forscher mit Unterstützung der PWC-Stiftung an Schulen in Norddeutschland ins Leben. Zwei Jahre später startete das Projekt durch die Förderung der Klaus Tschira Stiftung auch in der Rhein-Neckar-Region. Bereits im ersten Jahr setzten bei Mathe.Forscher Rhein-Neckar rund 500 Schüler und über 30 Lehrer an 9 Schulen 20 Projekte um.

Synergie durch Neubau

Grundsteinlegung des neuen Physikalischen Instituts

Grundsteinlegung des neuen Physikalischen Instituts

Auf dem Heidelberger Universitätscampus im Neuenheimer Feld wurde am 17. September 2012 das Klaus-Tschira-Gebäude als Forschungsneubau des Instituts für Physik eröffnet. Neben dem Bund und dem Land Baden‐Württemberg beteiligte sich die Klaus Tschira Stiftung an der Finanzierung des Bauprojekts. In dem Klaus-Tschira-Gebäude experimentieren Wissenschaftler auf den Gebieten Teilchenphysik, Kosmologie, Quantenphysik und Relativität. Ein großer Vorteil des neuen Gebäudes ist die räumliche Verbindung des Physikalischen Instituts mit dem Kirchhoff-Institut für Physik. Durch die gemeinsame Nutzung von Werkstätten und Speziallaboren können die Wissenschaftler beider Institute intensiver zusammenarbeiten. Ergebnisse finden schneller Zugang zu anderen Forschungsbereichen, so dass experimentelle und theoretische Forschung voneinander profitieren.