Nach dem Vorbild der DNA

In ausgewählten Fällen unterstützt die Klaus Tschira Stiftung im Rahmen ihrer Förderschwerpunkte auch Architektur für die Wissenschaft. Als erstes besonderes Gebäude wurde 2010 das Advanced Training Centre (ATC), ein Konferenz- und Ausbildungszentrum für Lebenswissenschaften auf dem Campus des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg eingeweiht. Das ATC ist ein in Europa einzigartiges Zentrum. In der hochmodernen Einrichtung werden sowohl wissenschaftlicher Nachwuchs ausgebildet als auch internationale Konferenzen veranstaltet. kahl_hdb_09_062-original

Auch die Architektur dieses Gebäudes ist einzigartig: Die Struktur ist einer DNA-Doppelhelix nachempfunden. Klaus Tschira selbst hatte die Idee für diese spektakuläre Form. Das Darmstädter Architektenbüro Bernhardt + Partner wurde mit der Konzeption und Realisierung beauftragt. Von der Stiftung geförderte Bauten bilden häufig ein Bauprinzip der Natur nach. Diese Besonderheit spiegelt sich auch in den anderen Gebäuden, wie dem Haus der Astronomie (Einweihung 2011) oder der ESO-Supernova (Spatenstich 2015), wider.

Der Bau des ATC wurde durch die finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Klaus Tschira Stiftung gGmbH und des Landes Baden-Württemberg ermöglicht, ergänzt durch den Beitrag der EMBL Mitgliedstaaten.

kahl_hdb_09_053-original

Wissen wird lebendig

Präsentations-Wettbewerb für Schüler

Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte

Wissen und Ideen verständlich zu vermitteln und dabei sicher und überzeugend aufzutreten, gehört zu den zentralen Anforderungen des schulischen und beruflichen Alltags. Mit dem Projekt Jugend präsentiert fördert die Klaus Tschira Stiftung die Präsentationskompetenzen von Lehrern und Schülern, vor allem in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern.

In einer Pilotphase von 2010 bis 2012 entwickelte ein Team aus Lehrern, Kommunikationsfachleuten und Wissenschaftlern erste Unterrichtsmaterialien zur Fortbildung von Lehrern. Diese sollten lernen, Präsentationskompetenzen an ihre Schüler zu vermitteln. Aus diesen Anfängen ist das bundesweite Projekt Jugend präsentiert der Klaus Tschira Stiftung entstanden. Im Mittelpunkt stehen Fortbildungstrainings für Lehrkräfte, die gleichzeitig zu Multiplikatoren für die Weiterbildung ihrer Kollegen ausgebildet werden. Kooperationspartner der Stiftung ist Wissenschaft im Dialog in Berlin, wo auch das Projektbüro angesiedelt ist. Die Trainings leitet das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen, das hierfür auch die aktuellen Unterrichtsmaterialien entwickelt hat. Seit Projektstart haben 250 Lehrkräfte aus allen Bundesländern an den Trainings teilgenommen (Stand Dezember 2014). Neben den Fortbildungen für Lehrer weiterführender Schulen gibt es seit 2012 jährlich einen bundesweiten Wettbewerb für Schüler. Die Teilnehmer bewerben sich im Vorfeld mit einem kurzen Video ihrer Präsentation. Dann können sie sich über mehrere Stufen, zu denen auch eine zweitägige Präsentationsakademie gehört, für das Bundesfinale qualifizieren. 2015 gingen mehr als 600 Bewerbungen für den Wettbewerb ein.

2018 hat Jugend präsentiert vom unabhängigen Analysehauses PHINEO das Wirkt-Siegel erhalten. Damit würdigt PHINEO die erfolgreiche MINT-Bildung des bundesweiten Schülerwettbewerbs,

Seit August 2016 fördert die KTS die Rhetorik und Wissenschaftskommunikation zusätzlich mit einer Stiftungsprofessur an der Universität Tübingen. Olaf Kramer wurde auf die Professur berufen. Olaf Kramer forscht und lehrt im Bereich der Rhetorikforschung und Präsentationskompetenz. Außerdem leitet er das das Seminar für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen.

Präsentations-Wettbewerb für Schüler

Präsentations-Wettbewerb für Schüler

Universitäre Würden

Klaus Tschira wurde 2010 zum Ehrendoktor der Fakultät Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ernannt. Für ihn war die Auszeichnung mit dem Dr.-Ing. E. h. des KIT bereits die zweite Ehrendoktorwürde. Die Universität Klagenfurt in Österreich verlieh ihm 1995 den Dr. h. c. im Fach Informatik.

Zudem war Klaus Tschira an den Universitäten Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe sowie an der Hochschule für jüdische Studien und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Ehrensenator.

Aktiv für den Frieden

Preisträger 2013: Stanislaw Petrow. Foto: Oliver Killig

Preisträger 2013: Stanislaw Petrow. Foto: Oliver Killig

Im Jahr 2010 wurde zum ersten Mal der Internationale Friedenspreis „Dresden-Preis“ von der Organisation „Friends of Dresden Deutschland“ gemeinsam mit der Semperoper Dresden verliehen. Mit dem Preis würdigt die Jury herausragende Leistungen in den Bereichen Konfliktprävention, Aufklärung, Stärkung des Gemeinsinns oder der Bekämpfung von Intoleranz. Von anderen Friedenspreisen unterscheidet sich der „Dresden-Preis“ dadurch, dass er nicht in erster Linie für Konflikt- und Gewaltdeeskalation, sondern für die Prävention vergeben wird. Der Dresden-Preis ist mit 25 000 Euro dotiert und wird von der Klaus Tschira Stiftung gestiftet.

Der Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow war erster Preisträger. In den Folgejahren wurden ausgezeichnet: der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, der Kriegsfotograf James Nachtwey, der ehemalige Sowjetoffizier Stanislaw Petrow, der Musiker Emmanuel Jal, seine Königliche Hoheit Prinz Edward, Herzog von Kent,Whistleblower Daniel Ellsberg und Domenico Lucano (Bürgermeister des Flüchtlingsdorfes Riace). 2018 wird der Dresden Preis an Tommie Smith (Olympiasieger und Bürgerrechtskämpfer) verliehen.

Richtungsweisende Kommunikation

Jährlich verleiht der Bundesverband Deutscher Stiftungen in Berlin den Kommunikationspreis KOMPASS für richtungsweisende Stiftungskommunikation. Am 11. November 2010 hat die Klaus Tschira Stiftung für ihr Koch- und Experimentierbuch „Schlau kochen“ den KOMPASS in der Kategorie Einzelne Kommunikationsmaßnahme erhalten. Für den KOMPASS 2010, der jeweils in drei Kategorien vergeben wird, gingen über 60 Bewerbungen ein.

KOMPASS Preisverleihung

KOMPASS Preisverleihung

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen begründete seine Wahl mit den zahlreichen Experimenten in dem Buch, die kindgerecht und spielerisch naturwissenschaftliche Phänomene, die beim Kochen entstehen, erklären. Kochen wird in „Schlau kochen“ als spannende Wissenschaft dargestellt und der Leser erfährt allerlei über die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten.