Hier werden HITS geschrieben

© HITS / Gülay Keskin

© HITS / Gülay Keskin

Ende 2009 rief die Klaus Tschira Stiftung das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben. 2010 bezog das HITS sein mit modernster Technik ausgestattetes Institutsgebäude auf dem Nachbargelände der Villa Bosch. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik, dabei werden große Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert. Die Forschungsfelder reichen dabei von der von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik.

Im Vordergrund steht die Entwicklung neuer theoretischer Ansätze zur Interpretation der sehr rasch wachsenden Menge experimenteller Daten. Dazu gehören auch Methoden wie Simulation und Data Mining. Die 12 Forschungsgruppen am HITS erforschen damit zum Beispiel, wie Galaxien entstehen und wie Sterne sterben, oder sie berechnen die Stammbäume von Insekten und Vögeln. Sie erstellen theoretische Grundlagen zur Verbesserung der Wettervorhersagen und arbeiten an neuen Methoden zur Entwicklung von Medikamenten. Die Qualität ihrer Arbeit wird durch eine Reihe von Auszeichnungen dokumentiert, zum Beispiel durch vier hochdotierte ERC Grants des Europäischen Forschungsrats. Aktuell arbeiten etwa 120 Forscherinnen und Forscher aus 22 Ländern am HITS (Stand Mai 2016).

Zu diesen gehört seit 2012 auch der US-Amerikaner Eugene „Gene“ Myers, einer der Pioniere der Bioinformatik. Myers schrieb Gensequenzierungsprogramme, die maßgeblich dazu beitrugen, dass das menschliche Genom vollständig entziffert wurde. Seit Juni 2012 arbeitet Gene Myers als Gründungsdirektor und Inhaber des „Klaus Tschira Chair“ am Zentrum für Systembiologie in Dresden – und als Mentor der Junior-Forschungsgruppe „Computational Biology“ am HITS.

Die private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ging aus der EML Research gGmbH hervor. 2014 wurde die Klaus Tschira Stiftung als Hauptgesellschafterin durch die neugegründete HITS Stiftung abgelöst. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

Die wichtigsten Ereignisse des HITS von 1997 bis 2016 sind in der „HITStory“ zusammengefasst.

2009_HITS_2015

Schlaue Bücher für Zuhause

Anhang 1„Schlau kochen“, „Schlau gärtnern“ und „Schlau bauen“ sind die ersten Bücher der Edition Klaus Tschira Stiftung. Mit ihnen können Kinder und Familien Naturwissenschaften zuhause entdecken. Die Bücher verbinden Alltagserfahrungen mit physikalischen und biologischen Erkenntnissen. Sie wurden gemeinsam mit dem Umschau Buchverlag erarbeitet und sind dort erschienen. 2009 begann die Reihe mit „Schlau kochen“. In dem Koch- und Experimentierbuch werden naturwissenschaftliche Phänomene, die beim Kochen auftreten, verständlich erklärt. Rezepte und Experimente laden zum Ausprobieren ein: Die Küche wird zum duftenden Versuchslabor. 2010 wurde „Schlau kochen“ mit drei Preisen ausgezeichnet: Der Bundesverband Deutscher Stiftungen verlieh der Klaus Tschira Stiftung für das Entdeckerbuch den Kommunikationspreis „KOMPASS“, die Gastronomische Akademie Deutschland vergab eine Silbermedaille an das Buch. Im gleichen Jahr wählten die Gourmetkritiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung das Kochbuch zum „Liebling des Jahres 2010“.

Das Entdeckerbuch „Schlau gärtnern – auf der Fensterbank, dem Balkon und im Garten“, erschien 2013. „Schlau gärtnern“ bietet viele spannende Tipps und Tricks zum Buddeln, Säen, Pflanzen und Ernten – ganz egal ob im eigenen Garten oder auf der Fensterbank. Wie wird die Pflanze groß und stark? Welches Gemüse wächst auf der Fensterbank? Und wie baut man im Garten überhaupt ein Beet? Außerdem laden 50 Rezepte ein, mit dem eigenen Gemüse aus dem Garten leckere Gerichte zu bereiten. 2015 erschien das dritte Buch der Schlau-Reihe: „Schlau bauen – das Architekturbuch für kleine und große Handwerker“ zeigt, wie sich der Mensch beim Bauen von den Tieren inspirieren lässt. Zum Beispiel temperiert die Ameise ihren Bau durch gekonnte Architektur, im Vergleich dazu baut der Mensch Passivhäuser. 15 spannende Do-it-yourself-Vorschläge – vom kleinen Marshmallow-Turm bis zum großen Baumhaus – regen ohne komplizierte Baupläne zum kreativen Nachbauen an. Schritt-für-Schritt Anleitungen zeigen wie es geht.

mausgetueftelt_cover_druck_3dIm Herbst 2016 sind gleich zwei neue Bücher in der Edition erschienen. Beide beschäftigen sich mit dem Thema: Erfindungen.  „Schlau tüfteln. Dinge, die schon erfunden wurden oder noch erfunden werden müssen“ ist ein interaktives Workbook, das mitreißende und originelle Geschichten zu Erfindungen und Erfindern erzählt und Platz für eigene Ideen bietet. Über 50 schlaue, praktische und verrückte Tüfteleinen vom Teebeutel bis zum Handy sind in dem Buch zu finden. Aber auch Tüftel-Anregungen zum Selbsterfinden dürfen in dem Schlau-Buch nicht fehlen. Die Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, direkt in das Buch ihre genialen Einfälle zu schreiben oder zu skizzieren.

Erstmals mit „Mausgetüftelt“ auch ein Buch für kleine Kinder – für alle jungen Tüftler, die noch nicht selbst lesen können. Die fünf Tüftel-Mäuse Lenz, Kunz, Zora, Zita und Strizzi wollen in dem Bilderbuch eine Geburtstagsparty feiern. Hierfür muss aber erst einmal der Dachboden, auf dem sie leben, hergerichtet werden: Der schwere Kronleuchter soll an die Decke, der rote Teppich soll für die Gäste ausgerollt werden und die Mäuse müssen etwas zu Essen besorgen. Mit welchen Tricks und Tüfteleien sie all das schaffen, erzählt das Kinderbuch. Die zauberhaften Zeichnungen verleihen den Mäusen Charakter und Witz.

Ein exzellenter Forschungsraum

spruch2_ktsAm 12. Oktober 2009 wurde an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg die Bibliothek Albert Einstein eröffnet. Die Bibliothek überbrückt Alt- und Neubau der Hochschule. Bau und Ausstattung wurden von der Klaus Tschira Stiftung ermöglicht.

Die Bibliothek Albert Einstein ist die zweitgrößte Judaica-Sammlung Deutschlands und die modernste ihrer Art. Sie umfasst ca. 540 Quadratmeter auf drei Ebenen. Den Benutzern stehen exzellente Zugriffs- und Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Bibliotheksservicezentrum Konstanz wurde in einem Pilotprojekt ein umfassendes integriertes Bibliothekssystem von der Titelaufnahme über die originalschriftliche Katalogdarstellung bis hin zur selbständigen Medienverbuchung entwickelt. Die Bibliothek macht auch die Handbestände des räumlich angegliederten Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland zugänglich. Der Bibliotheksbestand dient nicht nur den Lehrenden und Studierenden von Hochschulen für ihre Forschungen und Studien. Er steht auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.