Stifter ganz nah

Stiftergespräch 2008 Allein in Deutschland gibt es über 20.000 Stiftungen. Aber warum gründet jemand eine Stiftung und stattet sie mit privaten Mitteln aus? Diese Fragen und viele weitere konnten Journalisten beim Stiftergespräch in der Villa Bosch stellen. Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen startete die Klaus Tschira Stiftung 2007 die Reihe „Stiftergespräch“. In kleiner Runde konnten Journalisten mit Stifterinnen und Stiftern ins Gespräch kommen.

Die Stiftergespräche wurden von Prof. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, moderiert. Zu Klaus Tschiras Gästen zählten bis 2011 unter anderen Manfred Lautenschläger (Manfred Lautenschläger Stiftung), Dietmar Hopp (Dietmar Hopp Stiftung), Nathalie Todenhöfer (Nathalie-Todenhöfer-Stiftung), Marli Hoppe-Ritter (Marli Hoppe-Ritter Stiftung zur Förderung der Kunst), Joachim Schoss, (Stiftung MyHandicap gGmbH) und Bettina Gräfin Bernadotte (Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen am Bodensee und Lennart-Bernadotte-Stiftung).

Dabei wurden Themen diskutiert wie der Stiftungsboom in Deutschland, die gesellschaftliche Verantwortung von Vermögenden oder Schwierigkeiten bei der Umsetzung der persönlichen Stiftungsziele.

In einem Land vor unserer Zeit

190Logo_Mauer7 wurde in einer Sandgrube der kleinen Stadt Mauer im Kraichgau, nahe Heidelberg, der Unterkiefers eines Urmenschen gefunden. Der Anthropologe der Heidelberger Universität Otto Karl Friedrich Schoetensack nannte diesen Urmenschen Homo heidelbergensis, ordnete ihn in die Reihe der menschlichen Vorfahren ein, und machte ihn damit weltberühmt. Zum 100-jährigen Fundjubiläum organisierte der Verein „homo heidelbergensis von Mauer“ eine sechsmonatige Sonderausstellung für die Öffentlichkeit. Für die Dauer der Ausstellung kehrte sogar der Original-Unterkiefer, den das Geologisch-Paläontologische Institut der Universität Heidelberg verwahrt, an seinen Fundort zurück. Die Förderung durch die Klaus Tschira Stiftung ermöglichte diese Sonderausstellung, bei der die Welt des Homo heidelbergensis anhand verschiedenster Funde gezeigt wurde. Dazu gehören Steinwerkzeuge und Fossilien von Tieren, die in Mauer gefunden wurden, aber sonst in Museen der Region aufbewahrt werden. Bereits einige Jahre zuvor hatte die KTS als wichtige Voraussetzung für das Ausstellungsprojekt die vollständige digitale Katalogisierung und Klassifizierung aller Tierfossilien aus den Mauerer Sanden gefördert. Ebenso unterstützte sie die Erstellung von Bildmaterial und die Buchpublikation „Homo heidelbergensis – Schlüsselfund der Menschheitsgeschichte“.

Der Unterkiefers eines Urmenschen © K. Schacherl / Geologisch-Paläontologisches Institut der Uni Heidelberg

Der Unterkiefers eines Urmenschen © K. Schacherl / Geologisch-Paläontologisches Institut der Uni Heidelberg

 

In Würde sterben

spruch_ktsHospize und Palliativstationen an Krankenhäusern möchten unheilbar Erkrankten den letzten Lebensabschnitt so angenehm wie möglich gestalten. In Heidelberg unterstützen die Dietmar Hopp Stiftung und die Klaus Tschira Stiftung zwei besondere Einrichtungen dieser Art: das Palliativgebäude der Thoraxklinik und das Hospiz Louise.

In der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg werden vielfach bösartige Lungenerkrankungen behandelt. Ist die Erkrankung nicht heilbar, können Patienten in ihrer letzten Lebensphase auf der Palliativstation behandelt und begleitet werden. Im Vordergrund steht hier die Erhaltung der bestmöglichen Lebensqualität. Die individuellen Bedürfnisse der Patienten spielen dabei die entscheidende Rolle.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen bestimmte räumliche Voraussetzungen geschaffen werden. In der Thoraxklinik haben die Mittel der beiden Stiftungen ermöglicht, dass ein bereits bestehendes Gebäude zu einem Palliativgebäude umgebaut und ausgestattet werden konnte. Die Zimmer sind seit dem Umbau barrierefrei sowie mit Balkon oder Terrasse ausgestattet. Neben einer Patientenküche gibt es auch einen Raum der Stille, einen Musik- und Therapierraum sowie einen Begegnungsbereich für Patienten und ihre Angehörigen.

Auch das Hospiz Louise in der Heidelberger Weststadt wird mit Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung, der Gätschenberger-Stiftung und der Klaus Tschira Stiftung neu eingerichtet. Aufgrund der fehlenden Barrierefreiheit und der alten Bausubstanz muss das Hospiz, das es seit über 20 Jahren gibt, in ein neues Gebäude umziehen. Das neue Haus wird auf den neusten technischen Stand gebracht.