Forschen im Park

Hier gibt es viel zu entdecken und erforschen

Hier gibt es viel zu entdecken und erforschen

Wochenlang hatten sie getüftelt, geklebt und gefeilt: Am 11. Juli 2006 traten dann die ersten von insgesamt 1800 Schülern im Luisenpark Mannheim im Schülerwettbewerb Explore Science gegeneinander an. Damit startete die Klaus Tschira Stiftung ihre Reihe der naturwissenschaftlichen Erlebnistage Explore Science. Seit dem Start von Explore Science kamen über 320 000 Kinder, Jugendliche, Eltern, Großeltern, Lehrkräfte und Erzieher/innen zum Forschen und Entdecken in den Park. Jedes Jahr lockt ein anderes naturwissenschaftliche Thema: Bionik (2007), Astronomie (2008), Welt der Elemente (2009), Schall und Klang (2010), Licht, Farben, Optik (2011), Mathematik (2012), Geowissenschaften (2013), Biologische Vielfalt (2014), Physik: Bewegung pur (2015), Universum Mensch (2016), Abenteuer Energie (2017), Astronomie (2018).

Mit Explore Science möchte die Klaus Tschira Stiftung bei jungen Menschen das Interesse an naturwissenschaftliche Themen wecken und fördern. Zentrales Anliegen hierbei ist, dass den Kinder und Jugendlichen keine Antworten „serviert“ werden, sondern sie die Möglichkeit bekommen, naturwissenschaftliche Phänomene selbst zu entdecken. In interaktiven Ausstellungen und an zahlreichen Mitmachstationen können junge Wissbegierige und alle, die sich ihre Neugier bewahrt haben, selbst forschen, experimentieren, ausprobieren und entdecken. Außerdem soll die Vernetzung von wissenschaftlichen Einrichtungen und Schulen gefördert werden. Für die Umsetzung des Themas Biodiversität wurde Explore Science 2014 als „Beitrag zur UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.

Explore Science Schülerwettbewerb

Explore Science Schülerwettbewerb

2018 gab es insgesamt 46 Mitmachstationen, eine Ausstellung, 12 Schülerwettbewerbe, einen Kindergartenwettbewerb und acht Workshops. 57 Aussteller und 12 Partnerschulen aus der Region wirkten bei Explore Science mit. An den Stationen helfen und erklären jedes Jahr über 1000 Studierende und Wissenschaftler. Außerdem kamen 52.000 Besucher zu Explore Science 2018 in den Luisenpark nach Mannheim.

2018 wird Explore Science erstmals auch in Bremen stattfinden. Vom 30. August bis 1. September 2018 dreht sich alles um das Thema Astronomie.

Altersbestimmung auf höchstem Niveau

Bekannt wurde Ernst Pernicka als Grabungsleiter in Troja und durch seine Altersbestimmung der Himmelsscheibe von Nebra. Heute leitet er das Klaus-Tschira-Archäometrie-Zentrum in Mannheim. Die Klaus Tschira Stiftung fördert die Archäometrie in Deutschland seit 2006. Die Archäometrie umfasst alle naturwissenschaftlichen Methoden, die zur Klärung archäologischer und teilweise auch historischer Fragestellungen angewendet werden. Damit können Alter und Echtheit beispielsweise von Kunstwerken oder archäologischen Funden bestimmt werden.

Einweihung Klaus Tschira Labor

Einweihung Klaus Tschira Labor

Im Klaus-Tschira-Zentrum-Archäometrie werden verschiedene naturwissenschaftliche Methoden eingesetzt – von der Isotopengeochemie für die Herkunftsbestimmung von verschiedenen Metallen bis zur Untersuchung von organischen Resten aus Mensch, Tier oder Pflanze. Mit der Radiokarbonmethode (auch Radiokohlenstoffdatierung oder 14C-Datierung genannt) messen die Wissenschaftler in einer Probe den Gehalt an radioaktivem Kohlenstoff 14C und können dadurch das Alter der Probe bis zu 50.000 Jahren bestimmen. Die Untersuchungen finden auf höchstem wissenschaftlichen Niveau mit neuesten Geräten statt. 2012 wurde das Zentrum um eine Graphitisierungsanlage und eine Gasquelle erweitert. Als erste Einrichtung im Rahmen der Archäometrie-Förderung eröffnete die KTS 2010 das Klaus-Tschira-Labor für physikalische Altersbestimmung im Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie der Reiss-Engelhorn-Museen. Heute ist es als Klaus-Tschira-Zentrum- Archäometrie an der Universität Heidelberg Kernstück des größten deutschen Archäometrie-Zentrums: der zu den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen gehörenden Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie gGmbH. 2014 richtete die Klaus Tschira Stiftung zudem eine Stiftungsprofessur für Ernst Pernicka am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg ein.

Brücken schlagen

Knowledge_Space_BücherSeit 2006 treffen sich Wissenschaftler verschiedenster Fachgebiete regelmäßig im Tagungszentrum Studio Villa Bosch zu den internationalen Symposien „Knowledge and Space“. Was Natur- und Sozialwissenschaftler hier eint, ist das gemeinsame Interesse an der räumlichen Dimension von wissenschaftlichen Fragestellungen. Erörtert werden Fragen wie: „Was kann man unter ‚Wissen‘ verstehen?“ „Warum kann darüber in verschiedenen kulturellen Zusammenhängen keine Einigkeit erzielt werden?“ und „Wie kann man entsprechende Konflikte zwischen konkurrierenden Wissenskulturen entschärfen?“ oder „Welche Rolle spielt Wissen beim kulturellen Gedächtnis?“.

Organisiert wird die Reihe vom Geographischen Institut der Universität Heidelberg. Die Ergebnisse der Symposien erscheinen im Springer-Verlag in der Reihe „Klaus Tschira Symposia“. Alle Bücher sind auch als e-Book erhältlich. „Knowledge and Space“ folgte der ebenfalls von der KTS unterstützten Reihe „Hettner-Lecture“. Zu den Hettner-Lectures wurden international führende Vordenker der Humangeographie in das Studio Villa Bosch eingeladen, eine Woche lang ihre wichtigsten Thesen, Konzepte und Argumente zu präsentieren.