Carl Bosch und mehr

Carl Bosch Museum

Carl Bosch Museum

Am 15. Mai 1998 eröffnete Gerda Tschira im Schloss-Wolfsbrunnenweg 46 ihr privates Museum: Mit dem Carl Bosch Museum Heidelberg wollte die engagierte Gründerin den Besuchern nicht nur das Leben und die Entdeckungen des Nobelpreisträgers Carl Bosch (1874-1940) näher bringen. Bosch erhielt 1931 zusammen mit Friedrich Bergius den Chemie-Nobelpreis für seine „Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren“. Damit schuf er die Voraussetzung für die großtechnische Herstellung von Ammoniak. Das Museum führt auch durch die Geschichte der chemischen Technik und deren wirtschaftspolitische Auswirkung – von den labortechnischen Anfängen bis zum Aufbau riesiger Industriekomplexe der Hochdrucktechnik.

Das Carl Bosch Museum (CBM) befindet sich im ehemaligen Garagenhaus der Villa Bosch, in der Carl Bosch wohnte. Das Garagenhaus diente als Wohnung für Boschs Chauffeure und natürlich als Garage für seine Automobile der Marken Horch und Maybach. Seit dem 15. Mai 2003 geht das CBM auch auf Wanderschaft. In dem mobilen Ausstellungsraum „Museum auf Achse“ werden Sonderausstellungen in ganz Deutschland und darüber hinaus gezeigt.

Ihre vielfältige Erfahrung in der Ausstattung und dem Betrieb eines naturwissenschaftlich-technischen Museums brachte Gerda Tschira auch in die Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte ein. Wilhelm Ostwald (1853 – 1932) erhielt 1909 den Nobelpreis für Chemie und gilt als „Vater der Katalyse“. 2008 gründete das Ehepaar Tschira die Gerda und Klaus Tschira Stiftung (GKTS) und erwarb vom Freistaat Sachsen die einstige Wohn- und Wirkungsstätte Ostwalds in Großbothen in Sachsen. Der heutige Wilhelm-Ostwald-Park (WOP) dient als Tagungsstätte für Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen. Und das Museum, das erstmals 1974 für Besucher geöffnet wurde, präsentiert sich nach einer umfangreichen Generalsanierung seit 2012 dort als kleines Juwel für die Öffentlichkeit.

110412_35Mit der Eröffnung des architektonisch außergewöhnlichen Nachbargebäudes „Haus am Ginkgo“ am 15. November 2007 schuf Gerda Tschira direkt neben dem CBM eine Fläche für aktuelle Sonderausstellungen. Seinen Namen verdankt das Haus zwei alten Ginkgobäumen auf dem Grundstück. Die Bandbreite der naturwissenschaftlichen Ausstellungen, die hier gezeigt werden, reichen von „Patentwerkstatt Bionik“ über „Mathematik zum Anfassen“ bis zu „Faszination Farbe“. Von Anfang an lud das Carl Bosch Museum Kinder und Jugendliche zum Experimentieren ein. Zum museumspädagogischen Programm gehören heute ein monatlicher Tüfteltreff und Experimentierangebote für Vorschulgruppen, Schulklassen und private Kindergruppen.

Rückenwind auf dem Karriereweg

Stipendien vergibt die Klaus Tschira Stiftung nur im Rahmen geförderter Projekte – oder aber, wenn sie ein spezielles Stipendienprogramm auflegt: Das erste dieser Stipendienprogramme richtete sich 1998 an alleinerziehende Mütter und Väter. Mit dem Gerda Tschira Stipendium konnten Alleinerziehende mit ihrem Kind einen Studienaufenthalt im Ausland absolvieren. 2000 folgten Stipendien zur Weiterbildung von Nachwuchswissenschaftlern im damals noch jungen Fach Bioinformatik. An der International University in Germany (Bruchsal) förderte die Klaus Tschira Stiftung mit Stipendien begabte Studienanfänger.

Stipendiaten von KTS und Haniel Stiftung im Gespräch

Stipendiaten von KTS und Haniel Stiftung im Gespräch

Mit einem Go-West-Stipendium ermöglicht sie gemeinsam mit der Haniel Stiftung jungen Studierenden aus Osteuropa das Studium von wirtschafts- und biowissenschaftlichen Fächern an einer ostdeutschen Hochschule. Und im Netzwerk AlternsfoRschung (NAR) der Universität Heidelberg widmen sich KTS-Stipendiaten biologischen, medizinischen, soziologischen und ökonomischen Aspekten des Alterns.

Wissenschaft im Fokus, die Region im Blick

 

Internationales Musikfestival Heidelberger Frühling

Internationales Musikfestival Heidelberger Frühling

Auch wenn die Wissenschaft immer im Fokus der Stiftungsarbeit steht – von Beginn an unterstützt die KTS auch ausgewählte regionale Initiativen. Seit 1998 engagiert sich die Klaus Tschira Stiftung beispielsweise für das Internationale Musikfestival Heidelberger Frühling. Auch Museen in der Rhein-Neckar-Region werden vielfach von der KTS unterstützt: seien es die Reiss-Engelhorn-Museen mit ihren verschiedenen Aktivitäten sowie das Technoseum in Mannheim oder das Historische Museum der Pfalz in Speyer.

Am 6. Mai 2000 enthüllte die Klaus Tschira Stiftung selbst ein Kunstwerk in Mannheim: die neun Meter hohe Stahl-Holz-Plastik des Mannheimer Bildhauers Andreas Mader mit dem Namen „Im Anfang“.

 

Auch der Heidelberger Zoo, der einst von dem Nobelpreisträger Carl Bosch und der Stadt Heidelberg gegründet wurde, wird von der KTS unterstützt. Mit einer Computerausstattung förderte die Stiftung beispielsweise die Zooschule, die jährlich mehr als 500 Schulklassen über Lebensraum, Natur und Umwelt sowie Bedrohungen und Schutzstrategien der Tiere vor Ort unterrichtet. Anlässlich „200 Jahre Fahrrad“ hat die Klaus Tschira Stiftung im Jahr 2017 das Radjubiläum „Monnem Bike“ unterstützt.

Begleitbände verschiedener Ausstellungen

Begleitbände verschiedener Ausstellungen