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Aktuelle Presseinformation, 08.07.2016 Drucken

KTS fördert Projekt zum Aufbau des Heidelberg Institute for Geoinformation Technology

Nicht nur im Katastrophenfall: Heidelberger Geoinformatiker bieten schnelle Hilfe für Rettungsteams und unterstützen Planer mit Geodaten

Im Juli beginnt ein neues großes Projekt der Klaus Tschira Stiftung an der Universität Heidelberg: Mit über 3 Millionen Euro fördert die Stiftung den Aufbau des Heidelberg Institute for Geoinformation Technology am Geographischen Institut der Universität, kurz HeiGIT genannt. Mit dem neuen Projekt soll Wissen und Technologie aus der Geoinformatik-Grundlagenforschung in die Praxis gelangen.

Dabei wird sich das Team vor allem drei Themenbereichen widmen: „Ortsbezogene Dienste“ (zu denen beispielsweise Routenplaner wie OpenRouteService.org gehören), „Big Spatial Data Analysis“ (die Analyse von großen Datenmengen, die z.B. Verkehrsströme in einer bestimmten Region aufdeckt) und „Geoinformation für Humanitäre Hilfe“ (die Nutzung von Geodaten im Katastrophenfall).

  
Studierende editieren Geodaten zur
Verbesserung der Kartengrundlagen für
die Hilfskräfte auf den Philippinen.
© A. Zipf
Gewinnung aktueller
Geoinformationen aus Satellitenbildern.
©  A. Zipf

Dass die Wissenschaftler um Projektleiter und Geoinformatik-Professor Alexander Zipf nicht nur akademisches Neuland beschreiten, hat das Team beispielsweise durch die Realisierung von Routing- und Navigationsdiensten gezeigt, die von jedermann genutzt werden können. Auch in Katastrophenfällen halfen Wissenschaftler und Studierende aus Heidelberg bereits mehrfach mit ihrem Know-How: Nach den verheerenden Erdbeben in Haiti oder Nepal etwa lieferten die Geoinformatiker den Rettungsteams vor Ort Soforthilfe. Indem sie beispielsweise geographische Daten aus unterschiedlichsten Quellen – von OpenStreetMap bis zu Twitter, Flickr oder Instagramm - auswerteten, konnten sie den Helfern und Einsatzleitzentralen wichtige Fragen beantworten: Welche Straßen sind noch befahrbar? Wo sind die Zerstörungen besonders groß? Welche Gebiete können in einer bestimmten Zeit erreicht oder evakuiert werden? Wie verlässlich sind die von Bürgern beigetragenen Informationen?

Nicht nur im Katastrophenmanagement, zur Gesundheitsplanung oder für das Umweltmonitoring sind neueste Methoden zur Gewinnung und Verarbeitung von Geodaten aus sehr großen und heterogenen Datenquellen unerlässlich. Auch in der Stadt- und Regionalplanung, etwa bei der Verkehrsplanung oder Mobilitätsforschung, sind sie unerlässlich. Dazu zählt auch die automatisierte Auswertung von Daten aus sozialen Medien, an der das Heidelberg Institute for Geoinformation Technology forschen wird. Diese Informationen ergänzen die bisherigen Datenquellen von amtlichen Stellen und aus Satelliten- oder Luftbildern, um ein reichhaltigeres Gesamtbild zu schaffen.

Hierbei werden auch Geodaten genutzt, die Freiwillige liefern, um die „OpenStreetMap“, eine freie Wikipedia-Weltkarte, zu verbessern. Diese Daten helfen bei der Erstellung von aktuellen Karten und ortsbezogenen Anwendungen. Um die Daten aus den unterschiedlichen Quellen automatisch und sinnvoll einzuarbeiten, zu bewerten und nutzbar zu machen, entwickelt das HeiGIT auch hierfür neue Methoden der Geoinformatik.

Die Geoinformatik-Forschung in Heidelberg hat ihre Wurzeln im European Media Laboratory (EML), das Klaus Tschira 1997 gegründet hatte, und in dem Alexander Zipf als erster Doktorand (1997-2000) und als Postdoc der Universität Heidelberg (2000-2003) forschte. Auch später wurde die innovative Arbeit mehrfach von der Klaus Tschira Stiftung gefördert. Nach Forschungsjahren als Professor in Mainz und Bonn kam Zipf 2010 als Leiter der Abteilung Geoinformatik des Geographischen Instituts an die Universität Heidelberg, seine Alma Mater, zurück.

Die Klaus Tschira Stiftung (KTS) fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Die Klaus Tschira Stiftung wurde 1995 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940 -2015) ins Leben gerufen. Das bundesweite Engagement der KTS beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort. Die Stiftung setzt sich für neue Formen der Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte ein.

Weitere Informationen:
www.geog.uni-heidelberg.de/gis/heigit.html
http://openrouteservice.org
www.klaus-tschira-stiftung.de 

Kontakt:
Klaus Tschira Stiftung
Renate Ries & Mara Knapp
Medien und Kommunikation
E-Mail: renate.ries@klaus-tschira-stiftung.de

Abteilung Geoinformatik der Universität Heidelberg
Heidelberg Institute for Geoinformation Technology
Prof. Dr. Alexander Zipf
E-Mail: zipf@uni-heidelberg.de
Tel.: 06221 54 5560





Klaus Tschira Stiftung gGmbH

Renate Ries
Medien und Kommunikation

Schloss-Wolfsbrunnenweg 33
D-69118 Heidelberg


Telefon: +49 (6221) 533-102
Telefax: +49 (6221) 533-599-102

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