Presseinformation
Wie
sehen wir scharf?
Augenspezialisten aus Heidelberg und Ohio
wollen Mechanismen des Scharfsehens aufdecken – Klaus Tschira Stiftung unterstützt
das Projekt mit neuartigem Gerät zur Messung der Akkomodation
Für die meisten jungen Menschen selbstverständlich:
Ihre Augen können sowohl nahe als auch ferne Gegenstände problemlos scharf
sehen. Mit zunehmendem Lebensalter verliert das Auge diese Fähigkeit, in der
Medizin Akkomodation genannt, für Objekte im Nahbereich. Zum Zeitungslesen wird
dann beispielsweise eine Brille benötigt. Unser Auge sieht scharf, indem es die
Brechkraft der Augenlinse mit Hilfe von Muskel und Bändern verändert. Welche
genauen Mechanismen dahinter stecken, ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Auch die Messung der Akkomodation stellt eine Herausforderung dar. Dieser stellt
sich eine Forschungsgruppe des International Vision Correction Research Centre
(IVCRC) der Universitäts-Augenklinik Heidelberg um Professor Gerd U. Auffarth
und Professor Krzysztof Palczewski, Case
Western Reserve University, Cleveland, Ohio. Die Klaus Tschira Stiftung unterstützt dieses
Projekt seit 2007 bis 2011 durch die Finanzierung einer Studie und eines neuartigen
Gerätes zur Messung der Akkomodation.
Im Rahmen des Projekts untersuchen die Augenspezialisten
sowohl Menschen mit gesunden Augen als auch Patienten mit implantierten
Kunstlinsen. Kunstlinsen ersetzen zum Beispiel trübe Augenlinsen, die durch die
Erkrankung „Grauer Star“ entstanden sind. Von Vorteil für die Patienten wäre,
wenn die Kunstlinsen neben einer klaren Sicht zusätzlich auch die Fokussierung
in Nähe und Ferne ermöglichen könnten. Die Universitäts-Augenklinik Heidelberg
ist eines der Zentren weltweit, die sich intensiv mit der Weiterentwicklung und
Testung von solchen Kunstlinsen beschäftigen. Bei ihrer Studie hilft ihnen nun
das neue Wellenfrontmessgerät zur objektiven Messung der Akkomodation speziell
von Kunstlinsenimplantaten. Mit den Ergebnissen wollen die Heidelberger Ärzte
auch die Entwicklung von innovativen Kunstlinsen zur Behandlung der Alterssichtigkeit
vorantreiben. Das Projekt trägt den Titel „Dynamic
Stimulation Aberrometry: Objektive Akkommodationsmessung in phaken und
pseudophaken Augen“.
Die ersten Studien konnten bereits bei
speziellen Intraokularlinsen objektiv gemessen eine gute Fern- und Nahsicht
nachweisen. Hierbei handelt es sich sich um optische Systeme bestehend aus zwei
Linsen, die ins Auge implantiert werden. In einer Langzeitstudie werden die
Patienten nun im sechsten Jahr nachbeobachtet. Andere Systeme sind als vergrößernde
Sehhilfe, z.B. im Rahmen von Makulaleiden, einsetzbar.
Die Klaus Tschira
Stiftung fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur
Wertschätzung dieser Fächer durch die Allgemeinheit beitragen. Das bundesweite
Engagement beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und
Forschungseinrichtungen fort. Weitere Informationen unter www.klaus-tschira-stiftung.de
Ansprechpartner:
Projektverantwortlicher
Prof.
Auffarth
Komm.
Ärztl. Direktor
Univ.-Augenklinik Heidelberg
International Vision Correction
Research Centre (IVCRC)
Tel.:06221-566624
www.lasik-hd.de

Prof. Gerd U. Auffarth, Dr. h.c. Klaus Tschira, Prof. Krzysztof Palczewski
© Klaus Tschira Stiftung
Ansprechpartner
Klaus Tschira Stiftung:
Renate Ries
Presse und Kommunikation
renate.ries@klaus-tschira-stiftung.de
Tel.: 06221 - 533 102