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Gudrun Wassermann-Buschan-Ausstellung: Lichtfiguren

Bilder


Engel über den Wassern, Inv.-Nr. 1048, Collage, 1995, ca. 168 x 90


Gestürzte Gottheit, Inv.-Nr. 946, Aquarell, 1975, ca. 64,1 x 46,4


Mondtheater, Inv.-Nr. 942, Collage, 1996, ca. 86 x 128


Aus dem Tagebuch "Herbst 1997", Mädchen in Herbstsonne, Inv.-Nr. 425, Aquarell und Collage, 1997, ca. 60,4 x 75


Frühling (Nacht), Inv.-Nr. 64, Aquarell und Collage, 1998, ca. 64,2 x 89,8



Ausstellungseröffnung

04.11.2001, 19 Uhr


Eröffnung der Ausstellung


Programm

Duo in c-moll fur Viola und Violoncello von Franz Danzi (1763-1826)
1. Satz - Allegretto

Begrüßung
Christian Petry

Zwischen Narrativem und Dekorativem – zu Leben und Werk der Gudrun Wassermann-Buschan
Prof. Dr. Peter Anselm Riedl

Eröffnung
Dr. h.c. Klaus Tschira

Duo in c-moll fur Viola und Violoncello von Franz Danzi
2. und 3. Satz Andante moderato und Allegro

Im Anschluss wird zum Umtrunk gebeten


Begrüßung (Christian Petry)


Meine Damen und Herren,

bevor ich Sie zur Ausstellungseröffnung begrüße, möchte ich Ihnen, Herrn und Frau Tschira, danken, dass die Ausstellung von Gudrun Wassermann-Buschan in dieser schönen Umgebung möglich ist. Der erste Satz nach dem Ende der Musik gilt also dem Dank an die Gastgeber.

Meine Damen und Herren, meine Damen Buschan,

wir eröffnen heute die erste Ausstellung, an der die Künstlerin, Gudrun Wassermann-Buschan, nicht teilnehmen kann. Sie ist im März dieses Jahres gestorben. Es ist auch die erste öffentliche Präsentation ihrer Werke oder Ideen, an der sie nicht planend und anregend beteiligt war. Wenn sie jetzt unter uns sein könnte, dann wäre sie aufgeregt hier gesessen und nichts wäre ihr wichtiger geworden, als ihre freudige Erregung mit ihren Freundinnen und Freunden zu teilen, von denen ich hier viele sehe.

Ich möchte vier Bemerkungen machen:

1. Ihre Bilder waren für Gudrun Wassermann wie die Kinder, die sie nicht hatte. So sagte sie es aus. Ihre Haltung war entsprechend ambivalent: sie wollte die Bilder um sich haben, aber sie wollte auch, dass sie in die Welt gelangten. Es war deshalb sehr schwer, ihre Bilder zu katalogisieren. Immer wieder zog sie aus dem Stapel der zu bearbeitenden Bilder einzelne Blätter heraus, nahm sie mit nach Hause oder verkaufte sie für einen geringen Preis. Ihre für das Theater produzierten Werke hat sie der theaterwissenschaftlichen Sammlung des Reiss-Museum geschenkt. Erbe aller anderen Bilder ist zusammen mit ihren anderen Vermögenswerten, die Freudenberg Stiftung. Sie hat uns auch ein Dilemma hinterlassen. Sie freute sich auf der einen Seite, dass die Bilder zu einer Sammlung bei der Freudenberg Stiftung zusammengeführt wurden. Auf der anderen Seite drängte sie uns, für den Verkauf zu sorgen und die Mittel ihren Projekte zu Gute kommen zu lassen.

2. Ihre Projekte. Das waren und sind: der alle zwei Jahre vergebene Gudrun Wassermann-Buschann-Preis für junge Bühnenbildnerinnen und Bühnenbildner - er wurde gerade in Heidelberg am 21. Oktober 2001 an Anja Mikolajetz vergeben -sowie Projekte, an denen Künstler mit Kindern zusammenwirken. Den Künstlern wollte sie damit mehr Wirkungsmöglichkeiten eröffnen und den Kindern besondere Chancen für die Entdeckung und Entfaltung ihrer Kreativität verschaffen.

3. Sie hatte eine besondere Haltung zur Kunst. Vom Theater kommend fand sie, dass die Gestaltung an Kraft gewinnen kann, wenn sie im Dialog mit anderen Künstlern sich entfaltet. sie hatte nichts gegen eine dienende Rolle der Kunst, sofern es diesen Dialog gab: zwischen Regisseur, Schauspielern und Ausstattern ebenso wie zwischen Künstlern und Kindern. Als sie nicht mehr für das Theater malte und zeichnete, inszenierte sie sich eigene Welten: z. B. mit Blumen und Landschaften. Für sich selbst wollte sie nicht die düstere Seite des Lebens zeigen, sondern die freudige, lichtvolle. Sie war in ihren Bildern im Lebenstheater wie auf der Bühne auf der Suche nach dem, was Musil einmal den "anderen Zustand" nannte, was man etwas grob und ungenau mit dem Begriff Liebe übersetzen kann.

4. Ich danke denen, die die Ausstellung liebevoll gestaltet haben und uns etwas von diesem "anderen Zustand" sichtbar machen: Herrn Weinmann, dem Mann zwischen den beiden Stiftungen, Frau Hoffmann, Frau Himmelheber, Frau Gröbe-de Vlaming und Frau Klüber vom Kunsthaus Klüber für ihre Hilfe.

Vielen Dank Professor Riedl, das Sie uns in die Ausstellung einführen wollen und sehen helfen wollen.

04.11.2001/Christian Petry



Gudrun Wassermann-Buschan (1914 - 2001)

1914 Am 16. Mai 1914 wird Gudrun Buschan in Reutlingen geboren.
1934 Abitur an der Liselotteschule in Mannheim.
1934 - 37 Studium der Fächer Malerei, Graphik, Modezeichnen, Kostümkunde und Bühnenausstattung an der Privaten Zeichen-Mode-Akademie R. Otto-Stößinger in Mannheim.
1938 Volontärin am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart.
1939 - 40 Ausstattungsassistentin - kurze Zeit später Ausstattungsleiterin am Reussischen Theater in Gera. Bühnenbild- und Kostümentwürfe für Oper, Schauspiel und Ballett.
1940 - 42 Verpflichtung als Bühnen- und Kostümbildnerin an die Duisburger Oper unter Georg Hartmann.
1942 - 45 Verpflichtung an die Städtischen Bühnen in Königsberg unter Günther Rennert.
1945 Flucht aus Königsberg nach München.
1947 Heirat in München.
1948 Unter Staatsintendant Georg Hartmann an der Bayrischen Staatsoper München, die zum damaligen Zeitpunkt im Prinzregententheater ein Unterkommen gefunden hat, arbeitet Gudrun Wassermann-Buschan als Gast.
1949 Umzug nach Wuppertal
1951 Erste Ausstellung im "Parnass" in Wuppertal (Gruppenausstellung).
1952 - 56 Gastausstatterin für Ballettinszenierungen der Choreographin Yvonne Georgi an der Düsseldorfer Oper.
1956 Eintritt in die GEDOK, Wuppertal.
1958 Gruppenausstellung im Städtischen Kunstmuseum Duisburg. Die Arbeiten, die von Gudrun Wassermann-Buschan gezeigt wurden, befinden sich seither als Dauerleihgabe in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität Köln.
1959- 70 wohnhaft in Heidelberg.
Seit 1970 wohnhaft in Weinheim. Umfangreiche künstlerische Tätigkeit in den Bereichen Mosaik, Aquarell, Collage, Zeichnung und Tapisserie.
1974 Beginn von Ausstellungen mit Werken aus dem freien Schaffen der Künstlerin im April: Zonta Club im Europäischen Hof in Heidelberg.
1975 Natur-Kultur-Mythos in der Galerie Geiselsteig in München.
1976 Bilder einer Lebensbühne in der Galerie Harms in Mannheim.
1977 Bilder von Gudrun Wassermann in der Galerie Melnikow in Heidelberg.
1980 Visionen des Odysseus und andere Arbeiten in der Galerie Melnikow in Heidelberg.
1984 Retrospektive zum 70. Geburtstag von Gudrun Wassermann im Heidelberger Kunstverein und Zonta Club im Deutsch-Amerikanischen Institut; Jahresgaben im Heidelberger Kunstverein (Gruppenausstellung)
1989 Bilder von Gudrun Wassermann in der Galerie an der Bergstraße in Weinheim. Kunst aus Weinheimer Ateliers Jahresausstellung des Kunstfördervereins Weinheim e.V.
1991 Gudrun Wassermann - Figurinen, Bühnenentwürfe, Tapisserien und Aquarelle. Eine Retrospektive in der Alten Universität in Heidelberg.
1996 Gudrun Wassermann-Buschan schenkt ihre Bühnenbild- und Kostümentwürfe der Theatersammlung des Reiss-Museums Mannheim. Zugleich richtet sie die Gudrun Wassermann-Buschan Stiftung in der Freudenberg Stiftung Weinheim ein und stiftet den "Gudrun Wassermann-Buschan-Preis" für junge Bühnen- und Kostümbildner, der alle zwei Jahre vergeben werden soll.
1998 Theatergestalten-Theater gestalten. Bühnenbild- und Kostümentwürfe von Gudrun Wassermann-Buschan. Eine Retrospektive. Eine Ausstellung im Reiss-Museum in Mannheim.
2000 Theatergestalten-Theater gestalten. Bühnenbild- und Kostümentwürfe von Gudrun Wassermann-Buschan. Eine Retrospektive. Eine Ausstellung im Kultur-und Stadthistorischen Museum Duisburg.
2001 Am 24. März 2001 stirbt Frau Wassermann in ihrer Wohnung in München.


Presseartikel

Rhein-Neckar-Zeitung 06.11.2001:


Fotos der Ausstellung


Weitere Informationen zur Gudrun Wassermann Stiftung in der Freudenberg Stiftung erhalten Sie unter 06201-17498

 
 
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