Promotionsvorhaben
Ellen Feldhoff:
"Mitarbeiterqualifikation
im Wandel: Die neue Rolle des Humankapitals in der Informationsgesellschaft"
Ein unbefristeter
Arbeitsvertrag, eine klar begrenzte Arbeitszeit und der immergleiche
Arbeitsort: Auf diesen drei Säulen ruht die stabile Industriegesellschaft.
Mit dem Wandel zur flexiblen Informationsgesellschaft erodieren diese
Stützen jedoch. Befristete Arbeitsverhältnisse sowie Teilzeit- und
Gelegenheitsarbeit markieren die beginnende Auflösung gewohnter Strukturen.
Gleichzeitig ändert sich auch die Bedeutung, die ein Mitarbeiter für
eine Organisation hat: Der Mensch wird immer mehr zum strategischen
Erfolgsfaktor seines Unternehmens. Denn dessen Vermögen, schneller
zu lernen als die Konkurrenz, wird zu dem entscheidenden Wettbewerbsfaktor
in der Wirtschaft der Wissensgesellschaft.
Daraus ergeben sich neue Maßstäbe für die Beurteilung der Qualifikation
von Mitarbeitern. Bislang jedoch sind die Instrumente für die Erfassung
und Bewertung von Qualifikationen den neuen Erfordernissen der Informationsgesellschaft
noch nicht angepaßt.
Unterstützt von der Klaus Tschira Stiftung untersucht Dipl.-Kauffrau
Ellen Feldhoff jetzt im Rahmen eines Forschungsprojekts des Lehrstuhls
für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Personalwesen und Arbeitswissenschaft
an der Universität Mannheim die neue Rolle des Humankapitals in der
Informationsgesellschaft.
Ein wesentliches Merkmal der sich ständig verändernden Gesellschaft
ist, daß die Anforderungen an Unternehmen sich schneller als bislang
ändern. Das Wissen, das in einer Erstausbildung von Mitarbeitern erworben
wurde, reicht daher immer weniger lange aus, um den beruflichen Erfordernissen
gerecht zu werden. Welches neue Wissen stattdessen erforderlich sein
wird, ist nicht vorhersagbar. Aus diesem Grund tritt die Bedeutung
spezifischer Qualifikationen eines Mitarbeiters in den Hintergrund
zugunsten allgemeiner Qualifikationen, die länger genutzt werden können
und den Mitarbeiter insbesondere befähigen, sich bei Bedarf schnell
genug neu erforderliches Wissen anzueignen und damit umzugehen. Im
Rahmen der betrieblichen Ausbidung hat der ständige Wandel zu einer
Besinnung auf "Schlüsselqualifikationen" geführt. Hierzu zählen nicht
nur bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern auch persönlichkeitsbezogene
Fähigkeiten und die Bereitschaft, mit geänderten Anforderungen umzugehen.
Bislang sind diese Schlüsselqualifikationen jedoch nicht zufriedenstellen
erfaßt und bewertet.
In ihrem Promotionsvorhaben möchte Ellen Feldhoff ein detalliertes
Erfassungsraster für Qualifikationen erstellen sowie das Modell des
Strategischen Human Resource Management, das aufgrund der sich wandelnden
Anforderungen an das Managementverständnis entworfen wurde, dementsprechend
modifizieren. Hieraus könnten sich innovative personalpolitische Instrumente
zur dynamischen Bewertung und Erfassung von Qualifikationen in der
Informationsgesellschaft entwickeln lassen.